Irgendwann im Dezember taucht sie zuverlässig auf, diese Frage: „Und – was ist dein Ziel fürs neue Jahr?“
Als müsste das Leben sich jetzt bitte in einen hübschen Satz falten lassen. Ich habe das lange mitgemacht. Mal nach Strategie-Lehrbuch. Mal nach Selbstoptimierungs-Laune. Mal heroisch: „Dieses Jahr ziehe ich es durch!“ Und mal sportlich, diszipliniert, unternehmerisch.
Pläne zu machen fand ich immer großartig. Sie einzuhalten… sagen wir: ausbaufähig. Was ich sehr gut konnte, war etwas anderes: Mich unterwegs dafür verurteilen, dass ich vom Plan abgewichen bin. Der Rückblick am Jahresende war dann oft weniger ein Fest – mehr ein inneres Mitarbeitergespräch mit kritischem Tonfall. Irgendwann wurde mir klar:
Das Problem war nie mein Wille. Das Problem war die Art, wie ich versucht habe, das Leben zu dirigieren.
Letztes Jahr habe ich es wieder ganz anders gemacht. Ich habe mit meiner Kollegin Stefanie Schäfer eine andere Vorschau auf das Jahr gestaltet. Online. Das Ergebnis haben wir festgehalten – in einem Video. Wenn du magst, kannst du dir anschauen, wie wir auf diese Art der Jahresplanung reagiert haben. Hier unser Unternehmerinnen-Talk – Video dazu.
Und hier ist die Übung, die uns so überrascht hat, in 2 Varianten für dich:
1. Alleine
Was du brauchst: Timer und Aufnahmegerät (z.B. Handy). Du stellst dir einen Timer für 10 Minuten. Machst eine Entspannungsübung oder Meditation vorher, so dass du in einer guten Verbindung zu dir bist. Starte dein Aufnahmegerät. Dann stellst du dir laut folgende Fragen:
Wie möchte ich mich in einem Jahr fühlen?
In Bezug auf meinen Körper?
In Bezug auf mein Seelenleben?
In Bezug auf mein Business/Arbeitsleben?
Und dann sprichst du das aus, was gesagt werden will. Nicht aus dem Kopf heraus, warte, was hochsteigt. Lass dich überraschen. Halte nichts zurück, auch wenn es noch so verrückt klingt. Höre nach den 10 Minuten auch wirklich auf. Bis auf einen zusammenfassenden Satz, der vielleicht noch gesagt werden möchte. Rede nicht länger weiter, die Erfahrung zeigt, dass sich dann wieder der Kopf zu sehr einmischt.
Dann lass diese Aufnahme wirklich ein Jahr lang liegen. Notiere dir ein Datum in einem Jahr, an dem du dir diese Aufnahme anhörst.
2. Zu zweit
Was du brauchst: Timer, Schreibblock und Aufnahmegerät (z.B. Handy). Dein Partner stellt für dich den Timer für 10 Minuten. Du oder ihr macht eine Entspannungsübung oder Meditation vorher, so dass ihr beide in einer guten Verbindung zu euch seid. Dein Partner stellt dir laut folgende Fragen:
Wie möchtest du dich in einem Jahr fühlen?
In Bezug auf deinen Körper?
In Bezug auf dein Seelenleben?
In Bezug auf dein Business/Arbeitsleben?
Dein Partner:in notiert auf einem Schreibblock was er hört. Was sich besonders stimmig anfühlt, wo eine besonders starke Kraft zu spüren ist. Nach 10 Minuten, auch hier gerne mit einem zusammenfassenden Satz, beendet ihr den ersten Teil dieser Übung.
Weiter geht es jetzt mit der Spiegelung durch den Partner:
Starte das Aufnahmegerät. Er/Sie liest dir vor, was er/sie gehört hat. Ohne Bewertung, ohne Ergänzungen, ohne Meinungen.
Kurze Pause – ohne miteinander zu reden. Dann Rollenwechsel. Tauscht euch nicht aus über das Gehörte. Lasst es einfach stehen.
Dann lasst diese Aufnahme wirklich ein Jahr lang liegen. Notiert euch ein Datum in einem Jahr, an dem ihr dir diese Aufnahme gemeinsam anhört.
📍Kennst du diese Übung, oder etwas ähnliches? Schreib mir gerne deine Erfahrungen damit!
